Das Prinzip Hoffnung

Ist ohne Hoffnung wirklich alles irgendwann vorbei oder ist die Hoffnung am Ende nur ein Arschloch, die dich in einer Traumwelt gefangen hält, weil sie dir immer wieder suggeriert, dass alles nur besser werden kann?

Irgendwann fällt es nämlich echt schwer, immer auf irgendetwas zu hoffen. Generell hoffte man ja immer auf etwas Gutes: darauf dass sich etwas bessert, darauf dass etwas vorbeigeht, dass etwas nicht (mehr) wehtut und immer wieder einfach darauf, dass irgendwann alles wieder gut wird. Aber dafür braucht es auch Kraft und die wird mit jeder zerstörten Hoffnung weniger. Was aber ist, wenn man diese Kraft nur durch die Hoffnung bekommt? 

Ein klassischer depressiver Teufelskreis, würde ich sagen. 

Wenn sich das Tiefdruckgebiet im Kopf ankündigt, dann ist Hoffnung nur noch ein Wort. Eine Aneinanderreihung von Buchstaben, ohne jede Bedeutung, irgendwas, was früher mal da war, aber jetzt gerade keinen Sinn mehr macht. Für Hoffnung braucht es Vertrauen – in was auch immer. Woher aber Vertrauen nehmen, wenn du nichts mehr sehen kannst, weil alles finster ist? 

In der Dunkelheit ist jeder erstmal schutz- und hilflos. Der richtige Weg ist schwer zu finden, weil er nicht direkt sichtbar ist. Es ist auf Dauer anstrengend, die Augen so zusammenzukniepen, dass irgendwas erkennbar wird. Einfacher ist es, die Augen einfach geschlossen zu halten. Vielleicht wird es ja irgendwann wieder heller, so wie die Nacht auch nach ein paar Stunden vorbeigeht. Abwarten. Hoffen, dass das Gewitter in der Dunkelheit vorbeizieht. Hoffen. 

Das ist das wirklich Verrückte an der Depression: selbst wenn du denkst, dass alles hoffnungslos ist, hoffst du trotzdem noch, dass es vorbeigeht. Du kannst also gar nicht aufhören zu hoffen, egal wie wenig Kraft dir geblieben ist. Du kannst zeitweise resignieren, die Augen schließen, versuchen, in deinen Tränen zu ersticken, aber selbst wenn du für dich für den allerletzten Ausweg entscheidest, der für jeden um dich herum schwer zu verstehen wäre, du tätest das mit der Hoffnung darauf, dass du von deinem Schmerz, deiner Traurigkeit und deiner vermeintlichen Hoffnungslosigkeit erlöst wirst. 

Es geht also nicht ohne. Macht das das Hoffnung nun zu deinem Freund oder deinem Feind? 

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